BARRIOS Kinderstube🎈Kapitel 24

Photo by Corinna Weber

In unserer 14-tĂ€gigen Kolumne „BARRIOS Kinderstube“ beleuchten wir fĂŒr euch interessante Themen rund ums Elternsein beleuchten. BARRIO ermöglicht euch als Partner der BABYWELT-Messen einen super einfachen Einstieg in die Welt des Elternseins mit Playdates, Krabbelgruppen, Mami-Runden, Papa-Treffs und vieles mehr. Erfahrt alles, was ihr als Eltern wissen möchtet. 

 „Kinderwunsch Ü40“, oder „wenn Liebe zu Mathematik wird“

Ich spreche mal wieder aus eigener Erfahrung. Und vielleicht gibt es jetzt da draussen so manche(r), die zustimmend oder wenigstens mitfĂŒhlend nicken. Wie viele Frauen, die ĂŒber 40 sind, wĂŒnschen sich wohl noch ein Kind? Oder ÜBERHAUPT ein Kind? Offenbar ist es doch mittlerweile gang und gĂ€be, dass man zuallererst Karriere machen möchte und sich DANN einem eventuellen Kinderwunsch widmet. Vielleicht war auch der Partner noch nicht bereit dazu, oder es war zunĂ€chst der Falsche. Oder es hat einfach vorher noch nicht funktioniert. Irgendwann kommt man als Frau an den Punkt, wo man ĂŒber ein Kind, oder eben ĂŒber weitere Kinder, nachdenkt. Und in meinem Fall war es dann ein grausames Schicksal 2019, dass uns nochmal Gedanken ĂŒber ein Baby machen ließ. Nur dass das in meinem Alter wahrlich keine sprichwörtliche schnelle Nummer mehr ist. Ganz im Gegenteil. Ich bin jetzt aktuell seit knapp fĂŒnf Wochen 45 Jahre alt.

Der verstohlene Blick auf den Bauch

Und ab dem Moment, in dem man seiner Umwelt von seinem Kinderwunsch erzĂ€hlt, wird jedes Mal „durch die Blume“ nach einer möglichen Schwangerschaft gefragt oder verstohlen auf den Bauch gestarrt. Kennt ihr das? Das erste dreiviertel Jahr dachte ich noch: „Ich bin dreimal quasi schon vom genaueren Hingucken schwanger geworden, das geht bestimmt jetzt auch wieder so flott.“ Ich grenzte im UngefĂ€hren ein, wann wir uns öfter im Schlafzimmer aufhalten sollten und machte mir keine allzu großen Gedanken. Als aber nach diesen ersten Monaten noch nicht wirklich was passiert war, und trotz unserer grĂ¶ĂŸten BemĂŒhungen alle (zahlreich) durchgefĂŒhrten Schwangerschaftstest negativ blieben, entschied ich mich zu dem Besuch einer Kinderwunschklinik.

Eiskalte RealitÀt in der Kinderwunschklinik

Und wurde dort mit der eiskalten RealitĂ€t konfrontiert. „Tut uns leid, aber wir behandeln eigentlich nur bis 45. Die Erfolgsrate sinkt ab dem 41. Lebensjahr rapide.“ Da war ich gerade 44 geworden. Und wie vor den Kopf geschlagen. Meine Hormonwerte und alles drum herum waren noch top. Wir waren finanziell abgesichert, hatten ein schönes Zuhause, ich war daheim, hatte also Zeit und wir waren absolut bereit, fĂŒr ein weiteres Kind. Gut ein Jahr und einer weiteren Kinderwunschklinik spĂ€ter war ich vollkommen ernĂŒchtert. Ja, wir hĂ€tten den Versuch einer kĂŒnstlichen Befruchtung starten können, gerne auch mehrmals. NatĂŒrlich, unserem Alter geschuldet, auf unsere eigenen Kosten.

KĂŒnstliche Befruchtung kann auch im Abgang enden

Aber uns wurde klar und deutlich gesagt, dass auch DA der Erfolg bei nur ungefĂ€hr 5% lĂ€ge. Weil man nun mal auch bei einer kĂŒnstlichen Befruchtung nichts an der Eizellen-QualitĂ€t Ă€ndern könne. Das befruchtete Ei könne so oder so wieder abgehen. Ich muss an der Stelle erwĂ€hnen, dass ich in den letzten Monaten zweimal auf natĂŒrlichem Weg schwanger geworden war, und es beide Male zu einem frĂŒhen Abgang gekommen war. Und genau das könnte uns also bei einer kĂŒnstlichen Befruchtung auch passieren. Also warum dann nicht das Geld sparen und frisch-fromm-fröhlich-frei durchs Bett turnen? Guter Ansatz, und wir nahmen uns vor, keinen Monat ungenutzt zu lassen.

Die biologische Uhr tickt ohrenbetÀubend laut

Aber dann muss natĂŒrlich jeder Zyklus, der verstreicht, auch ideal genutzt werden. Immerhin tickt ja gerade bei uns „Alten“ die biologische Uhr ohrenbetĂ€ubend laut. Man rechnet sich also seine fruchtbaren Tage aus, ermittelt mittels Ovulationstests seinen Eisprung, beobachtet seinen Körper so genau wie James Bond seine Feinde und haut ab einem gewissen (natĂŒrlich errechneten) Punkt im Zyklus einen Schwangerschaftstest nach dem anderen raus.

Sex nach Plan, lustvoll ist anders

Die ersten Monate meiner „rechnerischen“ BemĂŒhungen hatten wir eigentlich nur noch Sex nach Plan. Richtig lustig und vor allem lustvoll war da was ganz anderes. Alles nur, um jeden Monat erneut festzustellen, dass es wieder nicht geklappt hat. Vielleicht sollten wir einfach mal den Dingen ihren Lauf lassen. Aber die Zeit rennt, und ich hatte das GefĂŒhl, jeder Monat, der „ungeplant“ verstreicht, wĂ€re verloren. Adoption kommt fĂŒr uns nicht mehr in Frage, auch dafĂŒr sind wir in Deutschland leider viel zu alt. Ich verstehe natĂŒrlich jede(n), die Himmel und Hölle in Bewegung setzen, sich zahllosen Hormonbehandlungen unterziehen und wirklich ALLES fĂŒr eine Schwangerschaft tun wĂŒrden. Aber zu welchem Preis?

Wir geben die Hoffnung nicht auf

Wir geben die Hoffnung nicht auf. Immerhin wĂ€ren wir doch nicht die Ersten, die mit Mitte 40 nochmal Eltern werden wĂŒrden. Und jetzt, nach dieser Erkenntnis, dass wir ja offenbar sowieso nicht MEHR machen können, als wir sowieso schon tun, macht sogar das „Probieren“ wieder viel mehr Spaß. Und vielleicht höre ich sogar mal irgendwann auf, zu rechnen
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Eure Muddi

 

Autorin dieses Beitrags ist Corinna Weber, die Autorin der MUDDIS und Ronjas Welt BĂŒcher.

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Beitragsfoto: Corinna Weber

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